Sehenswertes - Haintal-Viadukt südwestlich von Kailbach

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Der von 1878-1882 erbaute, 36 Kilometer lange Streckenabschnitt der Odenwaldbahn zwischen Erbach und Eberbach am Neckar hatte schwierige Geländeverhältnisse zu überwinden. Neben dem Krähbergtunnel mußten über 150 größere und kleinere Bauwerke errichtet werden. Am südwestlichsten Punkt der Gemarkung Hesseneck-Kailbach, wenige Meter von der Landesgrenze und vom Oberdorf der badischen Gemeinde Friedrichsdorf entfernt, überspannt das Haintal-Viadukt das gleichnamige Seitental des Itterbaches. In seiner Bauweise ist es eine verkleinerte Kopie des Himbächel-Viadukts. Es besteht aus neun Bögen mit je 15 Meter Spannweite; seine Länge beträgt 173 Meter, seine Höhe 30 Meter. Das Bauwerk ist optisch in drei Gruppen mit je drei Bögen gegliedert, wobei der dritte und der sechste Pfeiler durch Mauerverstärkungen, die sich bis in die Brüstung fortsetzen, hervortreten. Die Pfeiler bestehen bis zum Bogenansatz aus Rustikamauerwerk. Darüber sind nur die Mauerverstärkungen und die Unterseiten der Bögen einschließlich ihrer Kanten in dieser Bauweise ausgeführt, während die seitlichen Flächen aus Ouadermauerwerk bestehen. Den oberen Abschluß bildet eine vorstehende Brüstung, verziert durch ein imitiertes Kragsteinband.

Das Viadukt wurde innerhalb des Jahres 1881 von Bauunternehmer Bell aus Nürnberg erbaut. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 170.000 Mark. Nach Süden hin folgen noch zwei kleinere Viadukte über den Rindengrund und das Kurze Tal mit je einer Länge von 60 und einer Höhe von 20 Metern.